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Die Mitte im Gespräch

31. März 2025 – Integrative Schule – Was braucht es, dass sie funktioniert? Die erste Ausgabe von «Die Mitte im Gespräch» beleuchtete Chancen und Herausforderungen.

Zürich, 6. März 2025 – Die integrative Schule ist ein viel diskutiertes Thema, das Eltern, Lehrpersonen und Politik gleichermassen beschäftigt. Unter dem Titel „Integrative Schule – was braucht es, dass sie funktioniert?“ lud «Die Mitte 7+8» zu einer Podiumsdiskussion ein. Nationalrätin Nicole Barandun eröffnete den Abend mit einer klaren Botschaft: Die Schule betrifft uns alle, doch es lohnt sich, auf die Expertise von Fachleuten zu hören.

Unter der Leitung von Karin Weyermann, Gemeinderätin ‚die Mitte‘, diskutierten Yasmine Bourgeois (Gemeinderätin FDP) und Roger Curchod (Schulpräsident Zürichberg) engagiert über die Voraussetzungen für eine funktionierende integrative Schule.

Zusammenarbeit und individuelle Förderung

Roger Curchod betonte die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit und eines Unterrichts, der verschiedene Zugänge ermöglicht. „Nicht alle Kinder müssen in allen Fächern Spitzenleistungen erbringen. Wichtig ist, dass sie das für sie richtige Niveau erreichen können“, so Curchod. Eine enge Beziehung zwischen Lehrpersonen und Kindern sei essenziell, damit Förderung und Forderung gezielt eingesetzt werden könnten.

Yasmine Bourgeois hingegen kritisierte die Vielzahl an involvierten Personen: „Zu viele Leute mischen mit, sodass die persönliche Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler oft leidet.“ Sie bemängelte zudem die heutige Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen, die zunehmend auf Spezialisierung setze und kaum mehr Generalisten hervorbringe.

Die Förderklassen-Initiative 

Yasmine Bourgeois stellte die Forderungen der Förderklassen-Initiative vor: Die neuen Förderklassen sollen Kinder aufnehmen, die den «normalen» Schulunterricht «stören» und sollen durch heilpädagogische Fachkräfte geführt werden.Dadurch können Klassenlehrpersonen entlastet werden. Dabei soll die Durchlässigkeit erhalten bleiben: Ein Wechsel zwischen Regel- und Förderklassen wäre jedes Semester möglich.

Hier stellte sich jedoch die Frage nach dem Fachkräftemangel: Gibt es überhaupt genügend Heilpädagogen? Bourgeois zeigte sich überzeugt: „Heute wird das Personal oft ungezielt in den Klassen eingesetzt. Mit einer besseren Struktur könnte dies gelöst werden.“

Integration vs. Separation

Roger Curchod sprach sich klar gegen eine verstärkte Separation aus: „Kinder lernen besser in einem integrativen Umfeld als in separaten Förderklassen. Eine Trennung wäre für diese Kinder ein klarer Nachteil.“ Zudem warnte er vor dem administrativen und logistischen Mehraufwand.

Die Diskussion wurde lebhafter, Meinungen prallten aufeinander. Eine einheitliche Lösung zeichnete sich nicht ab – zu vielfältig waren die Perspektiven. Doch eines wurde deutlich: Die integrative Schule bleibt ein zentrales Thema, das weiter diskutiert und entwickelt werden muss.